2013 – 2014             Kunstschule, Neukirchen-Vluyn            

2014 – 2018             Studium Design an der MSD, Münster

                                  Bachelor of Arts

seit 2016                  Studium an der Akademie der Künste, Münster

                                  Klasse Julia Schmidt

                                  SONSTIGE  TÄTIGKEITEN                                                               

2014 - 2016              Fassadendesign

seit 2016                   Freischaffende Illustratorin

seit 2017                   Buchcoverdesign für die Büchergilde Gutenberg

2017 - 2018              Malen mit geflüchteten Kindern

                                  AUSSTELLUNGEN                                                                            

2013                          Stipendiatenausstellung, Neukirchen-Vluyn

2016                          Sextafeira Produções, Águeda - Portugal

2018                          დაyolk, Akademie der Künste Münster

2018                          Parcours, MSD Münster

                                  AUSZEICHNUNGEN                                                                        

2013                          Stipendium an der Kunstschule Neukirchen-Vluyn

2018                          Stipendium DAAD, Santiago de Chile

 

INTERVIEW MAGAZIN "O.T."

Wie ist es als studierte Designerin auch noch Kunst zu machen?

Natürlich hat man diese ästhetischen Grundgedanken drin von den Gestaltungsprozessen. Ich habe selber gemerkt, dass es mir schwer gefallen ist am Anfang dieses ästhetische Denken von 0 auf 100 abzuschalten. Also brauchte ich erst ein paar Arbeiten um mir selber klarzumachen, was überhaupt daran der ästhetische Ansatz ist oder irgendwie dahinter steckt oder was ich wirklich ausdrücken will.

In den ersten Malereien habe ich versucht mich auf diese grundlegenden Elemente der Malerei zu konzentrieren, also einfach auf Licht und Farbe und habe mich gar nicht mit einem Thema beschäftigt. Auch keine figurativen Elemente. Licht, Farbe, Wirkung und was mich am meisten interessiert ist die Psychologie dahinter. Konzentration oder Fokussierung, ob es eher aus dem Unterbewussten kommt, man spontan arbeitet oder sich auf die Außenwelt bezieht und das daraus zieht. Ich habe mich selber versucht zu beobachten, woher das Gemalte überhaupt kommt oder was mich interessiert. Das habe ich immer klarer heraus definiert und habe aber dann irgendwann schnell gemerkt, dass ich auf dieser zweidimensionalen Fläche nicht weiter komme um dieses Interesse an Licht und Farbe gerade zu formulieren. Diese physikalischen Vorgänge die dabei entstehen, die man ja dann auch wieder rum psychologisch aufnimmt und daraus ein Bild entwickelt aus diesen Reizen der Umwelt und bin dann in den Raum gegangen und habe eine Installation gebaut in der ich mich mit Licht und Farbe nochmal auf einer anderen Art und Weise oder in einer anderen Dimension beschäftigt habe. Da ging es eigentlich hauptsächlich um das Zusammenspiel von Licht als Farblicht und Licht als Pigment. In weißem Licht sind alle Farben die wir wahrnehmen können enthalten aber auf einer ganz anderen physikalischen Art als beim Pigment, das zum Beispiel aus der Erde kommt. Ich habe dann die Wirkung gegenüber gestellt und damit rum experimentiert, für mich zu verstehen wie das überhaupt funktioniert und wie es miteinander wirkt. Die Arbeit war eher ein Experiment und ich werde daran noch weiter arbeiten.

Ist es für dich auch relevant wie du deine Malerei beleuchtest?

Vorher hatte ich mich nicht wirklich mit Beleuchtung von den Bildern beschäftigt, aber bei der Installationsarbeit war es ein großes Thema, weil ich einen Ort brauchte, der nicht beleuchtet ist. Also wo auch kein natürliches Licht eindringen kann, damit es konstant ist von der Wirkung. Was mich aber auch weiterhin interessiert ist, Bewegung einzubauen oder mit transparenten Elementen zu arbeiten, was ich da ja auch schon gemacht habe mit dem Glas, dem Wasser, den Prismen und der Lichtbrechung. Da noch Bewegung einzubauen würde den fließenden Wandel beschreiben. Alles wandelt sich stetig und alles durchläuft eine Veränderung. Mit Beleuchtung von Gemälden habe ich mich nicht beschäftigt, aber mit Transparenz. Ich hatte Ideen mit Spiegeln und Malereien und transparenten Bildträgern.

Du führst viele Skizzen - und Künstlerbücher, da stehen dann deine ganzen Ideen und Konzepte drin.  Siehst du solche Bücher auch als fertige Arbeit?

Für mich selber ist es eher eine Art der Dokumentation und Ordnung meiner Gedanken. Es ist schon auch eine Arbeit, könnte man sagen. Ich habe auch überlegt und auch schon ein Buch nebenbei ausgestellt, um zu verstehen zu lassen wie ich denke und wie meine Ideen sich entwickeln und entstehen. Ich merke einfach, dass ich das für mich brauche um mich zu ordnen, Gedanken zusammen zu kriegen und auszuformulieren. Aber einerseits mache ich gerne die planerische Arbeit, wobei ich da jetzt auch nicht bis in kleinste Detail genau plante, sondern auch viel aus Intuition und spontan entsteht während der Arbeit. Das sind so eher diese Grundideen die ich mir aufschreibe und dann fange ich an und dabei entwickelt sich das weiter und verändert sich auch noch. Manchmal arbeite ich auch komplett spontan, dass ich ohne Idee anfange und  es aus mir rausfließen lasse. Da gibt es schon verschiedene Ansätze der Arbeit. Diese Skizzenbücher, die ich führe sind auch viel Erinnerung. Ich mach es viel beim Reisen oder wenn ich unterwegs bin  um für mich den Moment zu reflektieren oder mich später daran zu erinnern, wenn mich was interessiert. Das ist ein ganz anderer Vorgang als wenn man fotografiert. Man guckt sich die Dinge ja viel intensiver an und man achtet viel mehr darauf was einen wirklich daran interessiert. Man reflektiert es ganz anders als wenn man ein Foto macht. Das finde ich für mich selber auch schön um Situationen intensiver wahrzunehmen.

Wirken sich deine Reisetage - oder Skizzenbücher auch auf die Malereien aus?

Schon. Aber das fällt für mich noch etwas auseinander. Ich bin grade in dem Prozess, dass ich für mich versuche alles zusammen zu bringen, weil ich auch viele verschiedene Sachen mache. Oder mich auch viel interessiert, ich viel ausprobiere und experimentiere. Ich will das in Zukunft alles mehr zusammenführen, auch diese Skizzenbücher als Vorlage für Malereien verwenden oder die analogen Fotografien.  Für mich sind die Bücher gerade noch etwas anderes.

Du sagtest ja auch, dass du dich bei  unterbewusstem Handeln beobachtest. Da kann ja schon die eine oder andere Zeichnung aus zum Beispiel Thailand oder Marokko mit einfließen. Da sehe ich Ähnlichkeiten von der Art wie du zeichnest und wie du malst.

Ja irgendwie fließt es schon zusammen. Es sind Erfahrungen und Eindrücke, die dann irgendwo kleben bleiben und einfinden. Aber nicht unbedingt immer bewusst. Ich finde es auch spannend, dass man bei diesen spontanen unbewussten Arbeiten einfach was macht und im Nachhinein erst reflektiert und mit Leuten darüber redet und dann erst herausfindet was für mich selber darin steckt oder wo das herkommt. Es kommt ja irgendwoher und hat einen Sinn. Man weiß es einfach vorher manchmal noch nicht. 

Es gibt ja Künstler, die arbeiten nur in ihrem Atelier und schaffen dann viele große Arbeiten. Du bist eher jemand der viel rum kommt und dein Buch dabei hast.

Ich merke auch das ich da keine Konstante habe und auch nicht haben kann, weil ich nach einer gewissen Zeit wieder was Neues brauche. Ich habe manchmal Phasen wo ich nur am Schreibtisch sitze oder nur im Atelier bin, aber dann brauche ich auch wieder eine Phase wo ich nur unterwegs bin und erstmal wieder Input bekommen muss und was erleben muss und daraus schöpft man dann wieder was neues. Es sind Phasen. Ich habe keine konstante Arbeitsweise. Ich dachte lange, dass ich mehr Anhaltspunkte brauche aber ich will das gar nicht. Es ist dadurch unbestimmter und ich will mich da nicht so beschränken.

Hast du gerade ein konkretes Thema mit dem du dich beschäftigst?

Kein durchlaufendes. Mich interessiert viel. Ich versuche aus meinem Leben die Arbeiten zu entwickeln, durch die Erfahrungen beim Reisen, im Alltag, daraus entstehen Ideen oder Situationen aus denen sich wieder Arbeiten entwickeln.

Du hast dich ja mit den physikalischen Aspekten beim Kunstschaffen auseinander gesetzt und das führt ja wieder zu neuen Ideen, zum Beispiel Wahrnehmung oder?

Bei mir ist es eher ein Interesse am Leben selber, lernen, verstehen, Zusammenhänge zu begreifen.

Im Moment beschäftige ich mit Wahrnehmung generell. Es ist ein riesen Thema und darüber mache ich gerade ein Künstlerbuch. Ich habe mich auch noch mit dem Begriff des Hyperrealismus von Jean Baudrillard beschäftigt. Das hat auch mit der Evolution der Wahrnehmung zutun. Und die Evolution der Wahrnehmung spiegelt sich in der Kunst wieder oder lässt sich in der Kunst ablesen, wie die Menschen die Zeit wahrgenommen haben und was sie daran interessiert hat. Zu komplex um das jetzt alles zu erzählen.

Diese „Ästhetik- Wahrnehmung“ ist ja auch interessant, gerade wegen dem Design Studium. Es ist schon ein Unterschied zwischen der Wahrnehmung beim Design und bei der Kunst. Dass etwas schön oder geil aussehen soll ist bei der Kunst weniger das Thema als beim Design. Die Ästhetik ist idealisierter und modernisierter beim Design finde ich.

Ja ich finde es immer noch schwierig das komplett zu trennen. Ästhetik ist auch was Subjektives. Klar gibt es auch Gestaltungslinien und Raster und was die Designer sich entwickelt haben mit der Zeit und Moden auch. Aber ich finde generell Schönheit zu verpönen, weiß ich nicht. Kann sein dass es ein Schein ist und dahinter die Bedeutung fest gefangen wird, aber ich finde da gibt es keine klaren Grenzen ab wann etwas ästhetisch ist.

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© 2023 Robert Lehmann. Erstellt mit Wix.com.

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